Crytal Meth, G, Mephedron – ist Dein Konsum noch kontrollierbar?
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ChemSex Sprechstunde: Markus berichtet
Es gibt sie die Substanzen von denen jeder schon mal gehört oder gelesen hat.
Crystal Meth gehört ganz sicher dazu. Kaum eine Substanz wird derart oft in Medien besprochen und mit Attributen wie „die Horrordroge“ geschmückt wie diese Substanz. Ich weiß von was ich schreibe, schließlich bin ich Journalist und war selbst Crystal-User.
Doch zurück zum Anfang: Jahrelang hatte ich – wie viele andere Menschen auch – ein drogenakzeptierendes schwules Leben geführt. Zur Party am Wochenende gehörte bei mir der Gebrauch unterschiedlicher Substanzen – von Speed bis zu GHB/GBL war alles dabei.
Meinen Konsum dabei bestimmten Harm Reduction-Ansätze – also die Möglichkeit beim Drogenkonsum Risiken möglichst zu minimieren. Sehr sorgsam führte ich also beispielsweise Buch um nicht zu früh nachzukonsumieren, nahm beim Sniefen mein eigenes Röhrchen um mir keine Hepatitis C zu holen und dosierte schon vor der Party die Einheiten von GHB um ja keinen Überkonsum im berauschten Zustand zu erfahren.
Das alles ging solange gut bis Crystal Meth in mein Leben kam. Berauscht von einigen anderen Chems und beflügelt von der jahrelangen Selbstkontrolle anderer Substanzen probierte ich im Rahmen einer Privatparty das Slammen – den intravenösen Konsum von Crystal Meth.
Mit heftigen Folgen, denn die Wirkung war enorm – eine unbeschreibliche Dopamin-Ausschüttung sorgte für eine ekstatische ChemSex Party und legte den Grundstein einer Abhängigkeit, der es nur schwer war wieder zu entkommen. Denn am Anfang redete ich mir ein das Slammen genauso kontrolliert abhalten zu können, wie meinen Konsum vom Party- und Sexdrogen bis dato. Eine glatte Fehlannahme: Meine Arbeitswochen reduzierten sich zunehmend, es gelang mir zuerst kaum montags wieder zu arbeiten, im späteren Verlauf mussten auch der Dienstag und Mittwoch zunehmend arbeitsfrei gestaltet werden.
3 Tage wach – das war die kürzeste Zeit die mir der intravenöse Konsum von Crystal Meth bescherte, in meinem längsten Rausch fand ich sieben Tage lang keinen Schlaft. Mit drastischen Folgen – nicht nur für meinen Arbeitsplatz, meine Beziehung, meine Finanzen und mein Umfeld.
Der fehlende Schlaf und die Wirkung der einst im zweiten Weltkrieg unter dem Medikamentennamen „Pervitin“ eingesetzten Droge führten bei mir zu Angstzuständen, paranoiden Zuständen, Psychosen und Verfolgungswahn. Menschen mit denen ich mich im einen Moment noch zum hemmungslosen ChemSex getroffen hatten, waren im nächsten Moment potentielle Mörder, die mir etwas antun wollten.
Doch damit nicht genug: Trotz dieser Psychosen gab es in diesen Zeiten für mich nur einen möglichen Weg diesen Zuständen zu entkommen – den Nachkonsum. Dann hatte ich erneut für 15 Minuten meine Ruhe. Eine trügerische Ruhe, denn danach kam die Psychose umso heftiger zurück. Wie ein Monster das gefüttert werden will bezeichnete ich oft den nicht enden wollenden Nachkonsum.
Erst wenn ich nach mehreren Tagen vor Erschöpfung einschlief war Ruhe. Dann schlief ich durch – zwei Tage kam ich meist gar nicht aus dem Bett, dann folgte die große Ernüchterung, die direkte Depression – kein Wunder, war doch jedes Glückshormon im Körper längst verbraucht. Suizidale Gedanken, Existenzängste, die Angst wie wohl der Arbeitgeber mit der erneuten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung umgehe – all das plagte mich stets und ständig in der Phase des Herunterkommens. Den festen Vorsatz – nie wieder Slammen – gab es im Wochentack.
Doch mit gleicher Regelmäßigkeit forderte die längst erfolgte Abhängigkeit ein erneutes ChemSex-Wochenende. Stets redete ich mir ein diesmal „nur“ eine Runde zu slammen, in zwei Jahren Abhängigkeit ist mir das nie gelungen – stets konnte ich erst dann aufhören, wenn mein Körper vor Erschöpfung nicht mehr konnte. Ein Hamsterrad aus dem es nur schwer war zu entkommen.
Wie das gelang?
Mit dem Mut mit meinem Arzt offen und ehrlich über meine Abhängigkeit zu sprechen. Es folgte eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten (Hyperlink folgt) und die Möglichkeit mich eine Woche ohne Substanzgebrauch auszuprobieren – ganz ähnlich wie im viel diskutierten Crystal-Film aus London „Chemsex“.
Aus einer Woche wurden zwei, dann drei. Die gewonnene Zeit investierte ich in längst in Vergessenheit geratene soziale Beziehungen: Einen Ausflug an den See, einen Anruf bei meinen Eltern, einen Kinoabend mit Freunden. Diese „Erfolgserlebnisse“ schrieb ich auf ein großes weißes Blatt das ich mir in der Küche auf den Kühlschrank geklebt hatte. Das Ziel: Zu Visualisieren was ich alles wieder erreichen kann, sobald ich die Finger von der Substanz lasse.
So einfach das klingt – das war die Rettung. Zwar gab es noch zwei Rückfälle, aber keiner ließe mich von meinem Vorhaben abkommen zukünftig wieder meine Zeit den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen: Meiner Beziehung, meiner Familie, meinen Freunden.
Heute gehe ich nur noch alle zwei Wochen für eine Stunde zum Therapeuten, längst habe ich beruflich neue Aufgaben übernommen, den Sinn im Leben wieder ohne Crystal erkannt und genieße die schönen Dinge die mir dieses Leben bietet sehr intensiv. Ob das ein Dauerzustand ist? Ich hoffe, begegne der Substanz jedoch mit Achtung – zu oft erlebe ich Momente in denen mich das Slammen nach wie vor reizt. Wahrscheinlich – so rede ich mir das ein – ist das wie bei einem trockenen Alkoholiker. Die Sucht ist ein erfahrenes Monster, es zu bändigen täglich neu meine Herausforderung im Leben.
Wie geht es Dir?
Nimmst Du Substanzen ein? Suchst Du Spaß, möchtest entspannen, die ganze Nacht oder das ganze Wochenende Sex haben …?
So zahlreich die Gründe für Substanzkonsum sein können, so zahlreich sind auch die Gefahren. Kokain, Ecstasy, Crystal, GHB, Heroin, Gras, LSD, Ketamin, Angel Dust… diese „Freizeit“-Drogen/Substanzen haben kurz- und langfristig einen erheblichen Einfluss auf die körperliche und geistige Gesundheit. Egal, ob Du schnupfst, schluckst oder slammst. Das Abhängigkeitspotential ist bei Slammen am größten.
Wann ist Zeit zu handeln?
Diese Zeichen weisen darauf hin, dass es an der Zeit ist, mit uns oder einem Arzt über Ihren / Deinen Substanzkonsum zu sprechen:
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- Du greifst immer häufiger zu Drogen und kannst den Konsum nicht stoppen?
- Du hast keinen Überblick und Kontrolle mehr über Deinen Drogenkonsum?
- Du gibst immer mehr Geld dafür aus?
- Deine Leistungsfähigkeit im Job leidet darunter?
- Du habst im Drogenrausch das Bewusstsein verloren?
- Du hast schon einmal überdosiert?
- Du bist aggressiv, ängstlich oder depressiv? Du hast Schlafprobleme? Deine Haut kratzt und juckt?
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Überdosierung und Wechselwirkungen?
Der Konsum von Substanzen während einer HIV bzw. Hepatitis Therapie kann Nebenwirkungen hervorrufen.
Wenn zwei Substanzen gleichzeitig im Körper aktiv sind, ist das Risiko einer Interaktion erhöht, besonders wenn sie über die gleichen Abbauwege abgebaut werden wie z.B. über die Leber oder die Niere. Denn Substanzen und Arzneimittel können sich auf dem Weg durch den Körper gegenseitig beeinflussen.
Da es keine Studiendaten zum Interaktionspotential der HIV-Medikamente mit den Substanzen gibt, kann nur auf theoretische Überlegungen zurückgegriffen werden.
Die folgenden Links geben Hinweise auf das Interaktionspotential der Substanzen.
Wann wird es gefährlich?
Berichte von fatalen Kombinationen
- Viagra® und Co + Poppers + Alkohol => Gefahr einer Herzinfarktes
- GBL + Alkohol => Gefahr eines Atemstillstandes
- GBL + Ketamin => Gefahr bei GBL-Vergiftung sich nicht bemerkbar machen zu können
- GBL + Opioide ( Heroin, Morphin, Codein) => Gefahr eines Atemstillstandes
ChemSex Beratung online oder im AKH bzw. Kaiser-Franz-Josef-Spital

„Raum zum Reden ohne etwas ändern zu müssen und ohne jegliche Ansicht, was richtig oder falsch ist“
Psychotherapeuten

Simone Lubowitzki, M.A.
Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Verhaltenstherapie)
Termine nach Vereinbarung.

Christof Mitter, BA
Kliniken für Crytal-Meth-Entwöhnung
Die Pfalzburger
Pflazburgerstrasse 35-38
10717 Berlin
pfalzburger@tannenhof.de
Fachklinik LAGO
Am großen Wannsee 29-31
14109 Berlin
Tel: 8068840
AHG Klinik Mecklenburg
Dorfstraße 3
19217 Vitense-Parber
mecklenburg@ahg.de
Hier finden Sie einen Flyer mit Informationen über die Risiken von Chemsexparties, einen Fragebogen über ihr Chemsex-Verhalten und ein Tagebuch zum täglichen Mitschreiben, um eine bessere Übersicht über ihren Chems-Konsum zu bekommen.
Zögern Sie nicht, sich diese Dateien auf Ihren Computer zu holen und davon Gebrauch zu machen!